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Das Ende der Stasi im Kreis Oranienburg

9. Juni 2020, 14:00 - 18:30

Die letzten 100 Tage der Kreisdienststellen des MfS auf dem Territorium des heutigen Landes Brandenburg
Vortrag und Gespräch
Die Macht der SED, der herrschenden Partei in der DDR, beruhte auf drei Säulen: der Präsenz der sow-jetischen Besatzungsmacht mit 350.000 Soldaten, der tödlich gesicherten Grenze zur Bundesrepublik und zu West-Berlin und dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) – der Stasi, „Schild und Schwert der Partei“. Das MfS überwachte im Sommer 1989 nahezu 40 % der DDR-Bevölkerung. Vor allem in den Kreisdienststellen der Stasi wur-den Informationen über alle Bereiche der Gesell-schaft gesammelt: über den Alltag der Menschen, ihre Ansichten und Erwartungen sowie über Vorgänge in der Wirtschaft. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung, die zahl-reichen Anträge auf Ausreise aus der DDR oder die Kontrolle der Kommunalwahlen am 7. Mai 1989 waren deutliche Alarmzeichen. Den Sommer 89 prägte die Fluchtwelle in den Westen über Polen, die Tschechoslowakei und Ungarn. Während Zehn-tausende die DDR verließen, formierten sich im Land politische Gruppen und ab Anfang Oktober gingen Hunderttausende Bürgerinnen und Bürger auf die Straße, um ihre Freiheitsrechte einzufor-dern.
Wie nahmen die Mitarbeiter des MfS an den ver-schiedenen Orten dies wahr? Wie reagierten sie auf die Demonstrationen im Herbst 1989? Wann begannen sie, die Akten aus den Kreisdienststellen abzutransportieren oder zu vernichten? Wann beendeten sie die Arbeit mit den Inoffiziellen Mit-arbeitern (IM) und wie verhielten sie sich, als die Bürgerinnen und Bürger ihre Dienstorte aufsuch-ten, besetzten und sie schließlich ihre Arbeit verloren?
Diesen Fragen soll anhand ausgewählten Akten-materials an Orten ehemaliger MfS-Kreisdienststellen nachgegangen werden. Der Vortrag greift die konkreten Vorgänge vor Ort auf und bezieht Schlüsselereignisse aus dem Jahr 1989 mit ein, die die ge-samte DDR betrafen. Im anschließenden Podiumsgespräch ergänzen Zeitzeugen ihre Perspektive auf die Ereignisse.

Von 14:00 – 17: 00 Bürgerberatung

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesbeauftragten und der Stasiunterlagenbehörde beraten und unterstützen:
> Antragstellung zur Akteneinsicht in Unterlagen des MfS (einschl. Decknamenentschlüsselung und Wiederholungsanträge)
> Anonymisierung (Schwärzung)
> Antragstellung zur Akteneinsicht als nahe Ange-hörige von Verstorbenen
> Anträge für Forschung und Medien
> Rehabilitierung von SED-Unrecht nach dem Strafrechtlichen, Verwaltungsrechtlichen und Beruflichen Rehabilitierungsgesetz und sich dar-aus ergebenden Leistungsansprüchen
> Anerkennung verfolgungsbedingter Gesundheitsschäden
> psychosoziale Beratungs- und Hilfsangebote

Details

Datum:
9. Juni 2020
Zeit:
14:00 - 18:30

Veranstalter

Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur
BStU- Außenstelle Frankfurt (Oder)

Veranstaltungsort

Orangerie im Schlosspark
Kanalstraße 26A
Oranienburg, Brandenburg
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