Veranstaltungen zum Jahresthema „Wandelzeiten – Zeitenwandel“

Mit dem politischen Wandel von 1989/1990 waren große Hoffnungen verbunden: Auf ein freies Leben in einem demokratischen Land, auf persönliche Freiheit, auf Entwicklung, Gestaltung und ein Leben in Wohlstand.

Schon die ersten freien Wahlen im März 1990 waren dominiert von dem Wunsch nach der Wiedervereinigung. Die drängende Forderung nach der schnellen Einführung der D-Mark führte am 1. Juli 1990 zur Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion. Mit dem  „Zwei-plus-Vier-Vertrag“ machten die Sowjetunion, Frankreich, Großbritannien und die USA den Weg zur deutschen Einheit frei.

Dass die Veränderungen so viel Wandel auf allen Ebenen des persönlichen Lebens, der Arbeitswelt und der Gesellschaft mit sich bringen würden, konnte sich in der Zeit des Umbruchs niemand wirklich vorstellen. Schon bald waren die gravierenden Veränderungen zu spüren: Betriebe standen vor der Schließung, der Absatzmarkt für DDR- Produkte brach zusammen, der Kampf um das Eigentum und die Grundstücke begann.

Ging es den Einen nicht schnell genug mit der Einheit, mahnten andere, dass mehr Zeit für die gewaltigen Aufgaben der Vereinigung zweier Gesellschaften nötig sei. Daneben genossen viele ihre Freiheit zu reisen, die neuen Möglichkeiten für Studium und Arbeit zu nutzten und sich vielfältig politisch einzubringen.

Innerhalb weniger Monate passierte so viel, dass es heute schwerfällt, sich an die Hoffnungen und Wünsche zu erinnern, der positiven Veränderungen bewusst zu werden und über die Verwerfungen zu reflektieren.

Die Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur lädt ein, sich in Gesprächen über all die unterschiedlichen Erfahrungen zu begegnen und auszutauschen. Das gegenseitige respektvolle Zuhören und sich von den erzählten Erfahrungen der anderen berühren lassen, macht es möglich, neben dem, was uns unterscheidet, auch das Verbindende zu erkennen. Gerade jetzt, wo die Auseinandersetzung um die Bewertung der Geschichte von 1989 und 1990 die Gemüter erhitzt, ist es wichtig, sich über Generationen hinweg über das Erlebte zu verständigen, um selbstbewusst und stolz auf das Erreichte zurückzublicken und sich für die zukünftigen Aufgaben zu stärken.