Filmreihe Zeitschnitt 2020 „Europa zwischen Krieg und Frieden“

Im Jahr 2020 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 75. Mal. In Berlin und Brandenburg endeten die Kriegshandlungen erst kurz vor der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945. Viele Tote, von den Frontkämpfen in den letzten Kriegswochen gezeichnete Städte und Dörfer, Flüchtlinge, Heimkehrende, Herumirrende – dies und vieles mehr prägten das Jahr 1945. Dazu kamen die Vergewaltigungen, vor allem durch sowjetische Soldaten, und es begannen die Internierungen in den sowjetischen Speziallagern. Auch das unfassbare Ausmaß der Ermordungen von Juden aus ganz Europa, aber auch von politischen Gegnern, Sinti und Roma, Homosexuellen, Zeugen Jehovas und vielen mehr, wurde allmählich ahnbar. Über vieles, was Menschen damals erlebten, woran sie sich beteiligt hatten und was sie wussten, wurde später nicht mehr gesprochen.

Mit Filmen aus beiden Teilen Deutschlands und auch aus anderen europäischen Ländern thematisiert die Film- und Veranstaltungsreihe ZEITSCHNITT in diesem Jahr europäische Realitäten zwischen Krieg und Frieden. Die Filme erzählen das Erleben aus verschiedenen Blickwinkeln und laden zum Nachdenken darüber ein, was vor 75 Jahren passierte, wie uns dies bis heute prägt und welche Verantwortung wir Deutsche auch heute noch haben.

Eine humanistische Grundhaltung, die auch auf schmerzhafte individuelle und gesellschaftliche Widersprüche verweist, ist allen ausgesuchten Filmen gemeinsam.

Der Auftakt und der Abschluss der Filmreihe finden jeweils im Filmmuseum Potsdam statt. Sechs Spielorte liegen verteilt im Land Brandenburg. Dafür können sich Kultureinrichtungen oder Vereine bewerben.

Eine zeit- und filmgeschichtliche Einführung in die Veranstaltung erfolgt jeweils durch den Filmhistoriker und Kurator Dr. Claus Löser. Im Anschluss an die Vorführung gibt es die Möglichkeit zur Diskussion.

Die Zeitschnitt-Filmreihe im Wandel

In der Film- und Veranstaltungsreihe, die seit 2012 in Kooperation mit dem Filmmuseum Potsdam organisiert wird, wurden zunächst Filme aus vier Jahrzehnten DEFA- und DDR-Geschichte jeweils unter einem speziellen Thema ausgewählt. Dabei wurde in Filmen widergespiegelte Geschichte beleuchtet, indem Filme ausgewählt wurden, die verboten oder versteckt waren oder anhand derer man sehen kann, wie sich innen- und außenpolitische Verwerfungen in DDR-Filmen oder im Umgang mit ihnen niedergeschlagen haben. Ab 2017 wurden in die Filmreihe auch Filme aufgenommen, die nach 1990 entstanden sind. Sie beschäftigten sich zwar alle mit der DDR, werfen aber in einigen Fällen einen historischen, reflektierten Blick zurück. Aus allem ergibt sich ein spannendes Kaleidoskop der DDR-Kultur-Geschichte. In der Filmreihe 2020 werden zum ersten Mal auch Filme aus anderen europäischen Ländern gezeigt, um die europäische Dimension des Zweiten Weltkriegs und dessen Auswirkungen bis heute zu beleuchten.

Termine der Reihe Zeitschnitt im Jahr 2020

  • 24. April 2020, 19:00 Uhr im Filmmuseum Potsdam
  • 5. Mai 2020, 18:00 Uhr in Forst (Lausitz)
  • 12. Mai 2020, 18:00 Uhr in Niedergörsdorf  OT Altes Lager
  • 10. Juni 2020, 18:00 Uhr in Schwedt/Oder
  • 25. August 2020, 20:00 Uhr in Finsterwalde
  • 16. September 2020, 18:30 Uhr in Neuruppin
  • 22. September 2020, 19:00 Uhr in Letschin OT Kienitz
  • 27. November 2020, 19.00 Uhr im Filmmuseum Potsdam

Die Filmreihe findet in Kooperation mit dem Filmmuseum Potsdam statt.