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Bürgerberatung in Strausberg und Vortragsveranstaltung „Stasi am Ende – die Auflösung KD Strausberg 1989“

25. Februar 2020, 14:00 - 19:00

Bürgerberatung gemeinsam mit der BStU-Außenstelle Frankfurt (Oder) 14:00 – 17:00 Uhr

Die Mitarbeiter der Brandenburgischen Aufarbeitungsbeauftragten laden interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Eberswalde und Umgebung zur Beratung vor Ort ein. Das Angebot richtet sich an Menschen, die in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. der DDR politisch verfolgt wurden sowie deren Angehörige.
In Einzelgesprächen können insbesondere folgende Themen besprochen werden:
die Rehabilitierung von SED-Unrecht nach dem Strafrechtlichen, Verwaltungsrechtlichen und Beruflichen Rehabilitierungsgesetz und sich daraus ergebenden Leistungsansprüchen
die Suche nach personenbezogenen Unterlagen, die die politische Verfolgung oder den rechtsstaatswidrigen Eingriff in das Leben des Einzelnen dokumentieren
die Anerkennung verfolgungsbedingter Gesundheitsschäden
Vermittlung psychosozialer Beratungs- und Hilfsangebote
Ansprüche Hinterbliebener von Verfolgten
Es können Anträge zur Einsichtnahme in die persönlichen Akten des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit auf Grundlage des Stasi-Unterlagen-Gesetz gestellt werden. Voraussetzung ist die Vorlage eines gültigen Personaldokuments.

Anschließend: 17:00 – 19:00 Uhr:

Eva Fuchslocher und Stefanie Wahl: „Stasi am Ende – die Auflösung der KD Strausberg 1989“

Die Macht der SED in der DDR beruhte auf den fast 350.000 sowjetischen Soldaten, der tödlich gesicherten Grenze und dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) – der Stasi, „Schild und Schwert der Partei“. Nahezu 40% der Bevölkerung der DDR unterlagen im Sommer 1989 der Überwachung durch das MfS. Vor allem die Kreisdienststellen (KD) der Stasi sammelten Informationen über alle Bereiche der DDR—Gesellschaft: den Alltag der Bürgerinnen und Bürger und ihrer Ansichten sowie der Wirtschaft.
Vom Frühjahr 1989 an wuchs die Unzufriedenheit in der Bevölkerung. Immer mehr Menschen stellten einen Antrag auf Ausreise aus der DDR oder hatten den Mut die Auszählung der Wahlen am 7. Mai 1989 zu kontrollieren. Im August und September nutzten viele den Sommerurlaub, um über Polen, die Tschechoslowakei oder Ungarn in den Westen zu kommen. Politische Gruppen formierten sich und seit Anfang Oktober gingen mehrere hunderttausend Bürgerinnen und Bürger auf die Straße und forderten Freiheitsrechte.
Wie nahmen die Mitarbeiter in den Kreisen dies wahr? Wie reagierten sie auf die Demonstrationen im Oktober und November 1989? Wann begannen sie, die Akten aus den Kreisdienststellen wegzufahren oder zu vernichten? Wann beendeten sie die Arbeit mit den Inoffiziellen Mitarbeitern (IM) und wie verhielten sie sich, als die Bürgerinnen und Bürger ihre Dienstorte aufsuchten, besetzten und sie schließlich ihre Arbeit verloren?
Diesen Fragen soll anhand ausgewählten Aktenmaterials an früheren Orten von MfS-Kreisdienststellen nachgegangen werden. Der Vortrag bezieht auch Schlüsselereignisse aus dem Jahr 1989 mit ein, die die gesamte DDR betrafen. In einem Podium ergänzen Zeitzeugen ihre Perspektive auf die Ereignisse.

Details

Datum:
25. Februar 2020
Zeit:
14:00 - 19:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstalter

Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur
BStU- Außenstelle Frankfurt (Oder)

Veranstaltungsort

Stadtverwaltung Strausberg
Hegemühlenstraße 58
Strausberg, Brandenburg 15344 Deutschland
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