Am 3. Juli 2026 fand in Malchow die 28. Gedenkveranstaltung für die jugendlichen Opfer der sogenannten „Werwolf-Tragödie“ von 1945/46 statt.
Am Gedenkstein nahe der Villa Blanck – dem einstigen Sitz des sowjetischen Geheimdienstes NKWD – kamen Betroffene, Vertreter von Opfervereinen, hochrangige Gäste sowie zahlreiche Bürger zusammen, um an das Leid und Unrecht zu erinnern. Ende 1945 waren 33 Jugendliche aus Malchow und umliegenden Orten unter dem haltlosen Vorwurf der NS-Sabotage und „Werwolf“-Mitgliedschaft verhaftet, gefoltert und zum Tode oder zu langer Lagerhaft verurteilt worden. 13 Jugendliche wurden hingerichtet oder überlebten die Haftzeit nicht; ein anderer Teil war u.a. im sowjetischen Speziallager Sachsenhausen eingesperrt. Erst Anfang der 1990er Jahre wurden alle Opfer rehabilitiert.
Neben Worten von Bürgermeister René Putzar sprach die SED-Opferbeauftragte des Deutschen Bundestages, Evelyn Zupke. Sie betonte in ihrer Gedenkrede, dass die Jahre der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) der „Schlüssel zum Verständnis von Jahrzehnten der Diktatur im Osten Deutschlands“ seien, in denen die Angst als Herrschaftsinstrument ihren Anfang fand. Besonders bewegend war der Beitrag des 97-jährigen Überlebenden Rudi Pröber, der eindringlich an die Schrecken seiner Verhaftung und anschließenden Haftjahre erinnerte. Gestaltet wurde das Gedenken zudem durch Beiträge von Schülerinnen der Fleesenseeschule und ein Gebet von Pastor Eckard Kändler.
Vonseiten der LAkD nahm Dr. Peter Ulrich Weiß an der Gedenkveranstaltung teil.


