„DDR-Geschichte kompromisslos aufarbeiten“

Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke lud zum jährlichen Austausch mit SED-Opferverbänden in die Staatskanzlei ein.

Unter dem Leitgedanken einer Aufarbeitung ohne Verharmlosung und Verklärung fand am 22. Juni 2026 in der Potsdamer Staatskanzlei das zehnte Arbeitstreffen mit Vertreterinnen und Vertreter von Brandenburger SED-Opferverbänden und Aufarbeitungsinitiativen statt. Das intensive, fast dreistündige Treffen bot den Initiativen ein wichtiges Forum, um ihre Anliegen, Fragen und Arbeitsberichte einzubringen und im direkten Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Landesministerien zu erörtern. Die Diskussionen drehten sich vor allem um die Bereiche Bildung und Vermittlung, das lebendige Erinnern und Aufarbeiten an Orten mit doppelter Diktaturvergangenheit sowie den Umgang mit geschädigten Betroffenen. Ein besonderes Augenmerk lag in diesem Jahr auf der wertvollen Zeitzeugenarbeit für Schülerinnen und Schüler. Zeitzeuge Bernd Richter von der Häftlingsvertretung des MfS-Untersuchungsgefängnisses Lindenstraße e. V. legte anhand von Fotos, Filmmitschnitten und Elternbriefen eindrucksvoll dar, wie gut solche Gespräche bei jungen Menschen ankommen.

Ministerpräsident Woidke unterstrich in seinem Statement die demokratische Kernaufgabe dieser Arbeit: „Wenn wir verhindern wollen, dass jemals wieder eine Diktatur entsteht, ist es wichtig, auch die DDR-Geschichte kompromisslos aufzuarbeiten und die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten.“ Er sprach den engagierten Akteuren seinen tiefen Dank aus, da sie den Betroffenen eine Stimme geben und die Mechanismen der Unterdrückung offenlegen. Auch Dr. Maria Nooke, die die Veranstaltung moderierte, zog eine positive Bilanz des Treffens und betonte den Wert des kontinuierlichen und ehrlichen Dialogs mit der Landesregierung: Die klare und unmissverständliche Haltung des Ministerpräsidenten stärke das gemeinsame Fundament für die historische Aufarbeitung und Erinnerungsarbeit in Brandenburg, erklärte die Landesbeauftragte.

Arbeitstreffen im Brandenburg-Saal der Staatskanzlei. Foto: Staatskanzlei Brandenburg
Dr. Maria Nooke und Dr. Dietmar Woidke während der Veranstaltung. Foto: Staatskanzlei Brandenburg
Bernd Richter (l.) berichtete von über 100 Einsätzen pro Jahr als Zeitzeuge. Foto: Bernd Richter