Bewegender Zeitschnitt–Filmabend im Obenkino Cottbus

In der Mitte Regisseur Konrad Herrmann; von rechts: Juliane Gründel (Leiterin Obenkino Cottbus), Susanne Kschenka (LAkD), Erik Schiesko (Regisseur & Produzent, Geschäftsführer LUSATIA FILM); 2.v.l. Cosima Stracke-Nawka (Netzwerksprecherin Łužycafilm Sorbisch-Deutsches Filmnetzwerk)

Die beiden Filme des Regisseurs Konrad Herrmann „Struga – Bilder einer Landschaft“ (1972) und „Rublak. Die Legende vom vermessenen Land“ (1980) haben am 23. Juni 2026 im gut gefüllten Obenkino Cottbus bewegende Reaktionen des Publikums hervorgerufen. Beide Filme beschreiben in eindrücklich-poetischer Weise die Zerstörung sorbischer Dörfer für den Braunkohle-Abbau und den damit einhergehenden Verlust der Heimat. Im Gespräch mit Regisseur Konrad Herrmann und dem Filmhistoriker Dr. Claus Löser beschrieb der Regisseur, wie er durch sorbische Schriftsteller und das eigene Erleben zu diesen Filmen angeregt worden ist, die Bildsprache der Filme entwickelte und auf welche Schwierigkeiten er in der DDR mit dem Thema und seiner Erzählweise traf.
Die Filme riefen im Publikum eigene Erinnerungen an Umsiedlung und Zerstörung der Dörfer wach und zeigt, wie sehr die Fragen von Heimat, Natur, Seele und Wurzeln auch heute noch die Betroffenen umtreiben. Stille herrschte im Saal, als ein Zuschauer beschrieb, wie er gerade erlebt hatte, dass der Hof seiner Vorfahren durch Landvermesser markiert wurde, um einem neuen Tagebau zu weichen und abgerissen zu werden, genauso, wie es im Film dargestellt wurde. Konrad Herrmann war sichtlich berührt, dass seine Filme auch heute noch diese Aktualität besitzen.