Aufarbeitung bewegt

Zwischen Zwang und Zustimmung

Die SED-Diktatur stützte sich auf ein engmaschiges Geflecht aus repressiver Machtpolitik, erzwungener Anpassung und freiwilligem Mitmachen. In dieser „durchherrschten“ Gesellschaft war Zustimmung selten ein Akt freier Wahl, sondern oft das Resultat aus massivem Druck und mangelnden Alternativen. Dennoch war die DDR keine reine Angstdiktatur: Zahlreiche Menschen identifizierten sich mit dem System. Andere suchten nach Wegen, ihre Ideen, Projekte und Lebensentwürfe jenseits ideologischer Vorgaben und staatlicher Normen zu verwirklichen. Wir beleuchten Spielräume zwischen Zwang und Einverständnis sowie die Grenzen von Widerspruch und Eigensinn – auch, um vor diesem Hintergrund über den Einsatz für Freiheit und Demokratie zu diskutieren.

Filmreihe Zeitschnitt 2026

Die diesjährige „Zeitschnitt“-Reihe präsentiert unter dem Titel „Mut und Eigensinn“ Filme über Zivilcourage und eigensinnige, mitunter widersprüchliche Menschen, die sich gegen Willkür wehren oder für demokratische Teilhabe einsetzen. Die fiktionalen und dokumentarischen Arbeiten behandeln sowohl ganz gewöhnliche Lebensbereiche als auch dramatisch zugespitzte Situationen und zeugen dabei von der Kraft der scheinbar Schwachen.

TonFall: Podcast zur Aufarbeitung

In unserem Podcast „TonFall. Der Brandenburg-Podcast zur Aufarbeitung“ stellen wir in loser Folge aktuelle Themen und Projekte vor. Wir sprechen mit Ratsuchenden und mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen über ihre Lebensgeschichten. Neues aus der Forschung beleuchten wir im Gespräch mit Expertinnen und Experten.

Sozialstudie: Unrecht wirkt bis heute nach

Die erste Studie zu Lebenslagen von Menschen aus dem Land Brandenburg, die in der SBZ/DDR politisch verfolgt wurden oder Unrecht erlitten liegt vor. Männer und Frauen berichten über ihre Unrechtserfahrung und ihre jetzige Lebenssituation.

Härtefallfonds

Der Härtefallfonds dient der Unterstützung von Menschen, die in der SBZ bzw. DDR politisch verfolgt und nach den SED-Unrechtsbereinigungsgesetzen rehabilitiert wurden. Ehemals politisch Verfolgten kann in einer besonderen Notsituation einmalig Sachhilfe gewährt werden.

Beratung

Wer in der Sowjetischen Besatzungszone und/oder in der DDR politisch verfolgt wurde oder andere rechtsstaatswidrige Maßnahmen erlitt, erhält Beratung und Unterstützung. Dazu gehören auch Menschen, die zu Unrecht in Heime der DDR-Jugendhilfe eingewiesen wurden sowie Opfer des Zwangsdopingsystems der DDR.

Zeitzeugenportal Brandenburg

Das Zeitzeugenportal richtet sich an alle, die mehr über die Menschen erfahren wollen, die in der Zeit von 1945 bis 1989 auf dem Gebiet des Landes Brandenburg Widerstand leisteten, politische Verfolgung erlitten und Unrecht oder Willkür der SED-Herrschaft erlebten.  

Aufarbeitungsbeauftragte

Dr. Maria Nooke